Freitag, 11. Februar 2011

Anne Plichota & Cendrine Wolf, Oksa Pollock. Die Unverhoffte

Oksa Pollock ist eigentlich ein ganz normales Mädchen, dass mit ihren Eltern und der Großmutter in Paris lebt. Doch weil sich ihr Vater einen Traum erfüllen möchte, ziehen sie nach London. Oksa ist zunächst sehr betrübt und hat Angst ihren besten Freund Gustave zu verlieren. Doch zum Glück zieht seine Familie auch nach London. Da beide Väter bereits in Paris erfolgreich ein Restaurant geführt haben, ist es selbstverständlich, dass sie auch das neue Restaurant in London gemeinsam leiten werden. Somit werden Oksa und Gus nicht getrennt. Sie gehen in der neuen Heimatstadt nicht nur gemeinsam auf die französische Schule, sondern kommen sogar in dieselbe Klasse. Schon in den ersten Tagen wird klar welche Lehrer sehr angenehm sind und welche von den Schülern nahezu gehasst werden. Am unangenehmsten ist den beiden Mister McGraw aufgefallen. Er ist seinen Schülern gegenüber abwertend und bestraft sie auch für Kleinigkeiten. Er scheint es besonders auf Oksa abgesehen zu haben. Nicht nur ihr fällt das auf, auch Gus wundert sich über das übertriebene Interesse und die gezielten Gemeinheiten. Als er auch noch erzählt, dass er ehemaliger CIA-Agent ist, wird die Angelegenheit noch suspekter.
Aber auch einige der Schüler scheinen sich sofort auf Oksa als neue Hauptfeindin festgelegt zu haben. Als sie mit einem Jungen aus der neunten Klasse sehr heftig aneinander gerät, kann sie ihre Wut nicht zurückhalten und schubst ihn gegen die Wand. Obwohl sie seit längerer Zeit Karate trainiert, erschreckt sie sich selbst wir stark sie zu sein scheint. Als sie zu hause auch noch in ihrer Wut plötzlich einen kleinen Feuerball auf der Hand tanzen lässt, ist sie endgültig verwirrt.
Sind das magische Kräfte? Woher kommen sie und warum besitzt ausgerechnet Oksa diese?

Anne Plichota und Cendrine Wolf entwerfen in "Oksa Pollock" eine wunderliche und verzauberte Welt voller sonderbarer Wesen, magischer Kräuter und außergewöhnlicher Fähigkeiten. Dies verweben sie mit der ganz normalen Welt eines Teenagers. Ihre Sprache ist dabei überwiegend leicht verständlich. Einzig einige selbst erdachte Begriffe wirken etwas holprig. Diesbezüglich kann ich aber nicht sagen, ob es wirklich an dem Originaltext oder der Übersetzung liegt.
Die Geschichte an sich ist wirklich sehr fantastisch und benötigt verständnisvolle und engagierte Leser.
Zudem ist mir bei diesem Buch besonders bewusst geworden, dass nicht jedes Jugendbuch für Erwachsene geeignet ist.
Bestimmte Entscheidungen konnte ich nicht nachvollziehen oder haben mich zum Teil richtig geärgert. Wenn ich jedoch daran gedacht habe, dass die Hauptfigur ein Teenager ist, musste ich mein Urteil meist revidieren bzw. mich zwingen die Handlungsabläufe aus der Sicht eines jungen Mädchens zu sehen.

Fazit: Ein recht schönes und fantasievolles Jugendbuch, in dem eine Umgebung erschaffen wird, die es in solch einer Form wahrscheinlich kein zweites Mal gibt. Für einige Leser könnte es allerdings etwas zu fantastisch und zu kindlich sein.

Zusatz: Von erfahrenen Harry Potter-Lesern habe ich mir sagen lassen, dass es (leider) sehr viele Ähnlichkeiten gibt.



ab 12 Jahren
EUR 19,95  SFR 30,50  EUA 20,60

ISBN 13: 978-3-7891-4502-5
EAN: 3-7891-4502-5


Link zur Infoseite

FreitagsFüller

Die unterstrichenen Einschübe kommen von mir.

 
1. Hallo liebe LeserInnen.

2. Ich mag den Sommer aber nur wenn die Temperaturen nicht über 25°C klettern :-).

3. Eigentlich könnte ich mal wieder meinen Arbeitsplatz umräumen.

4. Na klar: Keine Nachrichten, sind gute Nachrichten.

5. Im Kino habe ich kürzlich  ... Kino? Was ist das?.

6. Zur Schau getragene Dummheit finde ich ganz furchtbar.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf den Beginn des Wochenendes, morgen habe ich ein wenig Unterrichtsplanung und viel Familienzeit geplant und Sonntag möchte ich einen langen Spaziergang machen !

Ein schönes Wochenende!

Mittwoch, 9. Februar 2011

Post, Post, Post

Wer sagt, dass Computer und Internet Bücher verdrängen, hat noch nicht die Chance erkannt, die sich für die Verlage durch die Nutzung dieser Medien ergibt. Dank Facebook und Co. bin ich in der letzten Zeit in den Genuss einiger Büchergewinne gekommen. Ich habe aber außerdem Verlage kennen gelernt, von denen ich vorher noch nie etwas gehört hatte. Außerdem habe ich einen viel besseren Blick über die Neuerscheinungen.
Durch die Kommunikation mit den Verlagen bin ich heute auch in den Genuss gekommen zwei Pakete zu öffnen. Von Fischer FJB habe ich "Der Schiffsjunge" zum Vorablesen erhalten. Da das Buch schon am 14. Februar erscheint, werde ich es im Anschluss an "Fucking Friends" lesen. Das Buch habe ich übrigens schon zur Hälfte durch. Eine Rezension müsste also am Freitag oder spätestens am Samstag erscheinen.
Von Penhaligon habe ich ein riiiieeeesssiges Paket bekommen. Darin befanden sich ein Flavia-Aufsteller von Werkhaus, ein Flavia-Buch, ein Beutel und zwei Hefte mit den aktuellen Büchern des Verlages. Klasse! Sonst vermeide ich es ja Verlagen in einem Post zu danken. Aber hier muss das einfach sein: D-A-N-K-E!
 Und es geht noch weiter. Bei FJB habe ich auch ein Cassia und Ky-Paket gewonnen, welches in den nächsten Tagen eintreffen müsste. Und die Bibliophilin schickt mir im tausch gegen Buchhüllen "Little Bee". Zusätzlich komme ich natürlich auch nicht wirklich zum SuB-Abbau. Ach, das ist schon schlimm :-) Eigentlich müsste man nur noch am Lesen sein.
Da ich momentan aber einen kleinen Job an einer Schule habe und meine Familie auch nicht kurz kommen soll, funktioniert das nicht so ganz.
Nebenbei mache ich schließlich auch noch solche Dinge:

Ihr seht also, dass ich zwar nicht jeden zweiten Tag eine Rezension erstellen kann, aber trotzdem am Ball bleibe.

Für Anregungen, die den Blog oder meine Posts betreffen, bin ich natürlich immer wieder dankbar.

Liebe Grüße,
Charlene

Dienstag, 8. Februar 2011

Stefan Moster, Die Unmöglichkeit des vierhändigen Spiels

- Dann aber hörte ich mich. Ich war die Besucherin eines Konzertes, in dem ich selbst auftrat. Und außer uns beiden war niemand im Saal. Sobald ich mich hörte, verschwand Gaus unter den Tönen des Präludiums, in der Pause vor der Fuge störte kein Eindringling den angehaltenen Atem, den der erste Ton der Fuge dann mit zarter Hand erlöste. -

Almut ist studierte Psychologin und arbeitete seit einigen Wochen auf einem Luxusliner als Lebensberaterin. Eigentlich hasst sie solche Schiffe und die gut betuchten Reisenden werden von ihr eher abwertend betrachtet. Doch das Angebot kam zu einer sehr günstigen Zeit. Beruflich war eine Neuorientierung notwendig und privat ging auch alles in die Brüche. Almut lebte einige Jahre mit ihrem Sohn alleine. Aus ihrer Sicht schien alles in Ordnung zu sein. Doch plötzlich brach Sebastian das Abitur ab und zog Hals über Kopf aus. Wo er hin wollte und was er plante, wusste seine Mutter nicht. Der Leser des Buches hat diesbezüglich mehr Informationen. Sebastian befindet sich ebenfalls auf dem Kreuzfahrtschiff und arbeitet dort als Pianist. Mutter und Sohn befinden sich also für ca 150 Tage an demselben Ort, von dem man auch nicht so leicht fliehen kann, wissen aber nichts davon. 

So entsteht eine wundervolle Geschichte, die aus zwei Perspektiven erzählt wird. Sebastian und Almut müssen sich auf dieser Reise nicht nur mit ihren beruflichen Aufgaben beschäftigen, sondern machen sich auch Gedanken über das eigene Leben und das des jeweils Anderen. Dabei geht es nicht nur um die Vergangenheit, also die eigene persönliche Lebensgeschichte und die Handlungen, welche man in der Gegenwart eher kritisch betrachtet. Beide reflektieren auch immer wieder ihre gegenwärtige Position und ihre Gefühle. Und mit dem Fortschreiten der Handlung wird auch die Frage nach der Zukunft immer lauter.

Stefan Moster hat eine wunderbare dichte und umfangreiche Geschichte geschaffen. Auf knapp 440 Seiten schafft er es Familiengeschichte, DDR-Vergangenheit, Liebe, Frustration, Zukunftsangst, Hoffnung und Mut zu verbinden. Obwohl es sich um sehr viele und sehr breite Themen handelt, hat man nie das Gefühl, dass irgendetwas zu kurz kommt oder gedrängt dargestellt wird. Jeder Aspekt nimmt ausreichend Platz ein und wird sinnvoll und stilvoll mit anderen Teilen der Geschichte in einen Zusammenhang gebracht. Auch die beiden verschiedenen Perspektiven werden über kleine Details miteinander verbunden. Manchmal handelt es sich dabei nur um einen Begriff den Almut und Sebastian benutzen. Oder sie beschreiben dieselben Personen aus ihrer jeweiligen Sicht. 
Letztendlich kommen auch Humor und Spannung nicht zu kurz. Gerade wenn Almut ihre eigenen Methoden kritisch betrachtet oder dem Pfarrer Tipps gibt, wird aus einem Schmunzeln ein lautes Lachen.
Wenn es um die Vergangenheit geht, wird man eher nachdenklich und teilweise auch wütend. Ich habe mich mehrfach gefragt, ob das Leben der Protagonisten nicht anders verlaufen wäre, wenn Almut nicht so naiv gehandelt hätte.

Fazit: Ein dicht gewebter literarischer Teppich, der mich sprachlich überzeugt hat. Endlich mal wieder ein Buch, dass auch intellektuelle Ansprüche an den Leser stellt.


 
 
ISBN 978-3-86648-111-4
22,00 € /  37,90 SFR  
 

Montag, 7. Februar 2011

Besonderer Blog-Award und die laufende Woche

In der vergangenen Woche habe ich meinen zweiten Blog-Award bekommen.

Hierfür möchte ich erst einmal ganz herzlich Lady_of_Mystery danken und euch ihre noch junge Seite empfehlen.
An den Award sind zwei Aufgaben gekoppelt:
- Erzähle sieben persönliche Dinge über dich
- Gebe den Award an 15 neu entdeckte Blogs weiter

Ich gebe zu, dass ich die zweite Aufgabe, und das obwohl ich gewillt bin, wirklich nicht erfüllen kann.
Aber die sieben persönlichen Dinge möchte ich hier aufführen.
1. Ich bin seit fast sechs Jahren verheiratet.
2. Ich zweifle manchmal, ob ich als Mutter tauge.
3. Oft mag ich den Lehrerberuf, aber an manchen Tagen bin ich auch einfach frustriert.
4. Ich wirke auf einige Menschen arrogant und eingebildet. Aber das ist nur eine Art Abwehrhaltung.
5. Ich habe meine Staatsexamensarbeit über Jugend in der DDR und ihre Darstellung im Deutschen Fernsehfunk geschrieben und bin traurig, dass ich in diesem Bereich nicht forschen kann/darf.
6. Für viele Menschen rede ich einfach viel zu schnell.
7. Ich liebe es an einem windigen und kalten Tag am Meer zu stehen, die Augen zu schließen und einfach mal nicht zu denken.

Für weitere Fragen stehe ich natürlich gerne zur Verfügung ;-)
Und wie immer möchte ich euch auch verraten wie es in den kommenden Tagen hier weiter geht. Ich habe "Die Unmöglichkeit des vierhändigen Spiels" so gut wie fertig gelesen. Heute oder spätestens morgen folgt die Rezension. Mit dem Nähen werde ich am Mittwoch wieder anfangen. Ich habe noch einmal ein wenig Stoff gekauft und mir schwirren noch ein paar Gedanken im Kopf herum. Sobald ich wieder einige Stücke geschaffen habe, werde ich in der Kopfzeile des Blogs die Seite "Buchhüllen" einfügen. Dies wird so eine Art Tauschplatz werden. Vielleicht ist ja mal etwas für euch dabei.
Im Laufe der Woche wird dann noch die Rezension von "Fucking Friends" bzw. der Link dazu folgen.

Bis dahin wünsche ich euch eine schöne Arbeits- und Lesewoche!
Charlene

Donnerstag, 3. Februar 2011

FreitagsFüller

Da ich morgen schon um 6 Uhr das Haus verlasse, gibt es den FreitagsFüller ausnahmsweise schon am Donnerstag. Zusätzlich handelt es sich auch um eine alte Vorlage (Februar 2010). Die unterstrichenen Abschnitte stammen wie immer von mir.

1. Heute morgen (hier: Donnerstag) hatte ich  die Faxen dicke.
2. Bei Mr. Brightside könnte ich sofort lostanzen.
3. Eine Vorspeise mit Freunden zu teilen  macht einfach nur Spaß.
4. Grete_o_Grete, Anette, Marie, Ailis und die Bibliophilin ist jemand sind Menschen, den die ich näher kennenlernen möchte.
5. Der Geruch von Hyazinthen erinnert mich an Frühling.
6. Ich bin älter geworden (und größer) und das hat alles besser gemacht. :-D
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend (also Freitag) freue ich mich auf die Ankunft in Niederbronn, morgen habe ich Seminare geplant und Sonntag möchte ich schnell wieder nach Berlin!

Ich wünsche euch schon einmal ein wundervolles Wochenende mit viel Sonnenschein!

Mittwoch, 2. Februar 2011

36 Stunden

Ja, die Überschrift verrät es schon. 36 Stunden bin ich in der Heimat und danach geht es wieder los. Diesmal fahre ich in den Elsass und bilde mich fort. Da aus Kostengründen mit dem Auto gereist wird und ich nicht fahren muss/kann, habe ich ausreichend Zeit zum Lesen. Und das bedeutet natürlich, dass es demnächst wieder frische Rezensionen geben wird. Ich hoffe ihr könnt mir die Abstinenz der letzten Tage verzeihen.
Hier nun ein kleiner Ausblick:
Momentan lese ich noch "Die Unmöglichkeit des vierhändigen Spiels". Bisher bin ich eigentlich ganz angetan. Dann habe ich von Beltz&Gelberg "Deadline 24" bekommen. Im Rahmen der Challenge steht noch Alterra II im Februar an. Und mit "Fucking Friends" bin ich Gastrezensentin bei der Bibliophilin. Im März gibt es dann... Na das dauert ja noch.
Morgen ist aber erst einmal Ruhetag und am Freitag gibt es wieder den FreitagsFüller.

Ich wünsche euch, dass ihr in den nächsten Tagen in wunderbare Geschichten eintauchen könnt!

Liebe Grüße
Charlene