Dienstag, 28. Februar 2012

Anna Kemp & Sara Ogilvie, Wenn ein lila Nashorn kommt

- Aber jedes Mal, wenn sie versuchte, ihren Eltern davon zu erzählen, sagten sie nur: "Bitte, Daisy! Kannst du nicht sehen, dass wir beschäftigt sind?" -

Jedes Kind hat wahrscheinlich manchmal das Gefühl, dass ihm die eigenen Eltern nicht zuhören. Bei Daisy ist das noch ein bisschen anders. Sie hat den lebendigen Beweis, dass sie ignoriert wird. Ihr Beweis ist riesig, lila, besitzt zwei Hörner und liebt Pfannkuchen. In dem Haus der Familie taucht nämlich tatsächlich ein großes Nashorn auf, das die Toilette benutzt, umfangeich frühstückt und es sich bequem macht. Daisy versucht, dies ihren Eltern zu berichten. Doch die, hören ihr nicht richtig zu und bemerken das Nashorn gar nicht. Irgendwann gibt das kleine Mädchen auf und freundet sich mit dem Nashorn an. Sie spielen gemeinsam, unterhalten sich, toben und essen Pizza. Daisy ist zwar noch immer traurig, dass ihr ihre Eltern nicht zuhören oder ihr nicht glauben. Als sie aber Trost bei ihrem neuen Freund sucht, fällt ihr die tiefere Traurigkeit des Tieres auf. Im Gegensatz zu Daisy ist es nämlich sehr weit von zuhause entfernt. Wie kann man das Nashorn wieder in seine Heimat zurückbringen? Alle Pläne, die Daisy schmiedet scheitern an der Größe oder dem Gewicht des Tieres. Als sie am nächsten Tag mit ihren Eltern in den Zoo geht und endlich auf offene Ohren stößt, wendet sich das Blatt.
Rezensiert für Buecherkinder.de

Kennt nicht jeder, egal ob Mama, Papa oder Kind, die Situation, dass man mal nicht zuhört? Hier werden die Folgen auf kindliche und dramatische Weise mit viel Witz beschrieben. Das Kind leidet unter der Situation, reißt sich aber zusammen, um dem neuen Freund zu helfen, der weit weg von seiner Heimat ist. Und die Eltern des kleinen Mädchens müssen sich eingestehen, dass sie lieber einmal mehr zuhören und sich mehr kümmern sollten. Am Ende sind alle vereint und kämpfen für eine gemeinsame Sache.
Aber nicht nur die Geschichte überzeugt junge und alte Leser. Das Buch ist auf jeder Seite irgendwie kunterbunt und fröhlich. Immer wieder taucht ein schönes Lila auf, selbst wenn weit und breit kein Nashorn in Sicht ist. Das führt unweigerlich zu guter Laune, wenn man das Buch vorliest. Hinzu kommen sonderbare Details, die nicht Teil der Geschichte sind, den kleinen Entdecker aber belustigen.

O-Ton des Testlesers (4 Jahre): Der Anfang hat mir nicht so gut gefallen, weil ich nicht wusste, dass Eltern manchmal nicht zuhören. Aber sonst hat mir alles gefallen.

Fazit: Eine fantasievolle und unglaubliche kleine Lesereise.




32 Seiten, 26 x 26 cm, ab 3 Jahren
gebunden
ISBN 978-3-8369-5415-0
EUR (D) 12.95 | EUR (A) 13.40 | SFr 18.90


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Freitag, 24. Februar 2012

John Boyne, Das späte Geständnis des Tristan Sadler

- (...) und ich tue es ihm nach, schließe die Augen und lasse den Regen auf mein Gesicht fallen. Der Regen wäscht die Scheiße weg, und ich weiß, ich habe nur ein paar Sekunde, ihn zu genießen, bis Wells wieder schreit, ich soll meinen Eimer füllen und den Graben trockenlegen, diesen verdammten, verfluchten Graben, bevor wir alle hier in dieser verdreckten, verwünschten französischen Erde begraben werden. -

Inhalt
Die allgemeine Kriegsbegeisterung, die man in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg in Deutschland beobachten konnte, gab es auch in den anderen Staaten. Dies war sogar noch nach Kriegsende zu spüren. Männer, die aus gesundheitlichen Gründen nicht in den Krieg ziehen konnten, sehen sich als minderwertig an. Frauen, die sich nicht beteiligen dürften, sind noch immer brüskiert darüber und versuchen, ihre Wut zu kompensieren, indem sie Veteranen helfen. Und Jugendliche, die zu jung waren, saugen jede Geschichte in sich auf und sehen alles als ein großes Abenteuer an.

Tristan Sadler ging mit siebzehn Jahren zur Armee und kämpfte mit seinen Kameraden in Frankreich. Er hat viel Leid gesehen und am eigenen Leib gespürt. Für Menschen, die dem Krieg nachtrauern, hat er kein Verständnis. Er würde sich glücklich schätzen, wenn er die Zeit zurückdrehen und seine eigene Teilnahme, und vor allen Dingen bestimmte Taten, rückgängig machen könnte.
In den schrecklichen Tagen des Krieges stand ihm einige Zeit ein guter Freund namens Will zur Seite. Dieser schrieb häufig Briefe an seine Schwester und erhielt auch umfangreiche Antworten. Leider ist er auf "unrühmliche" Art umgekommen. Dieses Ereignis verfolgt Tristan jede Minute des Tages und er hofft, dass sich dieses Gefühl ändert, wenn er Wills Schwester die gesammelten Briefe, die sie an ihren Bruder schrieb, zukommen lässt. Er fährt nach Norwich um das Päckchen persönlich zu übergeben. Doch mit diesem Treffen, und den Erzählungen und Fragen der jungen Frau, kehren Erinnerungen und Gefühle zurück, die Tristan aufwühlen und ihn auffordern sich seiner Vergangenheit und seiner eigenen Schuld zu stellen.

Sprache, Stil,...
John Boyne ist den meisten Lesern wahrscheinlich durch sein kleines Buch "Der Junge im gestreiften Pyjama" bekannt. Über diese Geschichte gibt es viele Diskussionen, bei denen es hauptsächlich um die Darstellung von historischen Ereignissen geht. In seinem Buch "Der Schiffsjunge" ging er noch weiter in die Vergangenheit zurück und thematisierte die Ereignisse auf der Bounty. Aus meiner Sicht lag ein riesiger Entwicklungsprung zwischen diesen beiden Büchern. Doch was uns Boyne jetzt anbietet, ist noch eine Stufe besser.
Die Geschichte von Tristan Sadler ist spannend, realistisch und auch traurig. Sie orientiert sich an historischen Gegebenheiten, die den meisten Menschen nicht bekannt sind. Gleichzeitig können alle Ereignisse ebenso auf andere Kriege übertragen werden. Boyne schafft es den Leser immer wieder zum Nachdenken anzuregen und dafür zu sorgen, dass man die eigenen Gefühle und sogar die eigene Position reflektieren muss. Der jungen Tristan könnte genauso ein junger Soldat im Kosovo oder Afghanistan sein. Seine Gedanken, die aus bestimmten Weltvorstellungen resultieren, die Erlebnisse, die er während seiner Militärzeit macht und seine Entwicklung sind universell.
Damit diese Geschichte aber eine Reflexion beim Leser auslöst, stellt der Autor dem Protagonisten eine Familie und Freunde zur Seite, die ihn immer wieder anstupsen und selbst zum Nachdenken bringen. Und so entwickelt man sich praktisch während des Lesens mit Tristan Sadler. Dies passiert nicht durch Zwang, sondern durch Spannung. Boyne hat einen Lebenslauf geschrieben, der immer wieder Wendungen enthält, die völlig nachvollziehbar und realistisch sind. Gleichzeitig erzeugen sie aber einen Spannungsbogen, der dazu führt, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte. Zudem entwickelt er zwei verschiedene Erzählstränge, die auf ein gemeinsames zeitliches Ziel zusteuern. Sicherlich kann man anbringen, dass diesen handkniff jeder zweite Autor anwendet. Aber Boyne wäre nicht Boyne und hätte keine Entwicklung durchgemacht, wenn er an diesem Punkt aufhören würde. Nein, er fügt nach und nach weitere Handlungsstränge ein, die ein wunderbares Zeit- und Handlungsgeflecht ergeben.
Sprachlich schafft er es, dieses Geflecht mit sanften Worten zu unterfüttern, die an wenigen Stellen von einer derben Sprache unterstützt werden. An diesen Punkten soll nichts beschönigt werden, sondern die nackte Wahrheit und Dramatik der Situation sollen aufgezeigt werden. Obwohl sich das Werk vornehmlich an Jugendliche richtet, ist die Wortwahl nicht zu lax. Aus meiner Sicht hat er ein gutes Mittelmaß zwischen anspruchsvoller, sehr bildlicher und zeitgemäßer Sprache gefunden. Hier muss ich auch ein ausdrückliches Lob an den Übersetzer Werner Löcher-Lawrence aussprechen.

Fazit: Ein tolles Jugendbuch, das unbedingt zu empfehlen ist, weil es rundum überzeugt. Für mich ein literarischer Höhepunkt im Februar!


336 Seiten 
mit Schutzumschlag
EUR 19,95 · SFR 28,90 · EUA 20,60 3-7160-2664-6
ISBN-13: 978-3-7160-2664-9

Samstag, 18. Februar 2012

Korky Paul & Valerie Thomas, Zilly im Weltraum

- Hoppla! War das eine fliegende Untertasse? -

Die Zauberin Zilly und ihr etwas ängstlicher Kater Zingaro erleben immer wieder erstaunliche Abenteuer, die spannend, aber auch eine klitzekleine Spur lehrreich sind. 
In einer eher ruhigen und gemütlichen Phase beobachtet Zilly mit einem riesigen Fernrohr den Nachthimmel. Und da sie keine Minuten ohne Abenteuer auskommt, überlegt sie sofort, wie sie in den Weltraum fliegen und die Umgebung erkunden könnte. Zingaro bekommt es schon mit der Angst zu tun und verschwindet lieber. Nach einigen Tagen ist es dann tatsächlich so weit. Zilly denkt, dass der richtige Moment gekommen ist und zaubert eine Rakete herbei, die sie in den Weltraum bringen soll. Mit Picknickkorb und Katze geht es in die unbekannte Welt, die nicht nur bunte Planeten, sondern auch gefährliche metallfressende Tiere bereithält. Werden Zilly und Zingaro wirklich in Ruhe picknicken können und dann einfach wieder umkehren?

Für www.buecherkinder.de rezensiert
Wunderbar bunt und detailreich wird die erstaunliche Weltraumgeschichte erzählt. Die Bilder erstrecken sich immer auf mehr als eine Buchseite und der Text findet sich in einem weiß hervorgehobenen Bereich, der auch noch durch kleine Zeichnungen verschönert wird. So fällt das Lesen nicht schwer und für die kleinen Betrachter befinden sich keine störenden Buchstaben in den Bildern.
Viele unrealistische Dinge befinden sich natürlich in den Abbildungen. Aber bei der Hauptfigur handelt es sich ja auch um eine Zauberin. Daher kann man sich über jede Seite eine halbe Ewigkeit unterhalten und amüsieren. Zusätzlich befindet sich auf jeder Seite eine sehr realistische Abbildung eines Planeten. Versehen ist die Zeichnung mit dem Namen und dem entsprechenden Symbol. Hier bietet es sich an den ganz wissbegierigen Kindern, etwas über die Planeten und die reale Weltraumfahrt zu erzählen.
Je nachdem wie tief man in die Thematik einstiegt, ist das Buch für kleinere und größere Zuhörer geeignet.

O-Ton des Zuhörers (4): Ich fand das Buch ganz schön und ein paar Sachen kann ich jetzt schon lesen, weil die so einfach zu verstehen sind.


EUR 12,95

Übersetzt aus dem Englischen von Ulli Günther / Herbert Günther

ISBN 978-3-407-79452-9

1. Auflage 2012. 32 Seiten.

Gebunden.

Ab 4 Jahre

Sonntag, 12. Februar 2012

Roberto Saviano, Das Gegenteil von Tod

- Sie kapieren nicht, dass das nicht Dinge sind, die sie selbst entscheiden können. Wo man die Soldaten hinschickt, was sie tun. Sie erhalten Befehle. Und sie können nicht über ihr Leben bestimmen. Wie soll ich das den Frauen sagen? Sie glauben, wenn sie  mir genau zuhören, könnten sie ihre Männer retten, und warum sollte ich sie nicht in dem Glauben lassen? -

Das Buch "Gomorrha", und wahrscheinlich noch mehr der dazugehörige Film, haben Roberto Saviano über die italienischen Landesgrenzen berühmt gemacht. Doch viel schwerer wiegt seine umfassende literarische und aufrührende Tätigkeit, die sich in einer Vielzahl von Zeitungsartikeln und Essays widerspiegelt. Unablässig prangert er die mafiösen Strukturen und den politischen Dilettantismus in Italien und Europa an. Er beschäftigt sich unter anderem mit den Themen Globaliserung, Europa, Wirtschaftskriminalität und Bevölkerungswachstum.

In dem vorliegenden kleinen Büchlein befinden sich auf 71 Seiten zwei Aufsätze, die sich mit dem Gegenteil von Tod beschäftigen. Doch was ist eigentlich das Gegenteil? Ganz lapidar das Leben? Oder vielleicht doch die Liebe? Gesundheit, Glück oder innere Ausgeglichenheit? Oder steht der Süden Italiens vielleicht für den Tod und der Norden für das Gegenteil?
Manchmal scheint der Leser während des Lesens, die Lösung klar vor den Augen zu haben und dann verschwindet sie wieder im Nebel von neuen Ereignissen und schmerzhaften Gefühlen.

Besonders Marias Geschichte, die in der ersten Hälfte erzählt wird, scheint zunächst glasklar und erfährt dann doch wieder einige unerwartete Wendungen, die zum Nachdenken anregen.
Der Verlobte der jungen Italienerin hatte sich freiwillig für die Armee gemeldet und ging aus finanziellen Gründen nach Afghanistan. Dort wurde er in einem Einsatz getötet. Seit diesem Tag scheint Marias Leben beendet zu sein. Gleichzeitig ist sie seitdem aber auch von dem Land wie besessen und möchte jede Einzelheit erfahren. Obwohl es schmerzt, will sie alles über die Einsätze wissen, sie möchte mit jedem Soldaten, der annähernd etwas mit ihrem Verlobten zu tun hatte, sprechen. Und dabei vergisst sie, dass sie eigentlich noch ihr ganzes Leben vor sich hat. 

In dem zweiten Aufsatz berichtet der Erzähler von seiner Jugendliebe, die aus dem Norden kam und so gar keine Vorstellung von dem Leben im Süden hatte. Sie kannte nicht die alltägliche Präsenz der Mafia und des Todes. Sie wusste nichts davon was es heißt, als unbesetztes menschliches Territorium angesehen zu werden. Und sie konnte nicht verstehen, warum sie wie ein Exot begafft wurde. Eine Liebe, die von Anfang an zum Scheitern verurteilt war.

Fazit: Zwei wundervolle Aufsätze, die wieder einmal tief in die italienische Seele vordringen. Sicherlich nichts für Saviano-Einsteiger. Für Kenner ist das kleine Werk aber unverzichtbar.


übersetzt aus dem Italienischen von Friederike Hausmann, Rita Seuß
Erscheinungsdatum:
04.02.2009
Fester Einband, 72 Seiten

Preis: 10.00 € (D) / 14.90 sFR (CH) / 
10.30 € (A)
ISBN 978-3-446-23335-5

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Freitag, 10. Februar 2012

Gewinnspielauslosung

Leider gab es bei diesem Gewinnspiel nicht so viele Teilnehmer. :-(
Und ganz unprofessionell hat mein Sitznachbar mir mal zwei Zahl genannt.
Gewonnen haben:
Sarah und Rana The Cat

Schickt mir doch bitte eine Mail, ob ihr eine Buchhülle oder einen Beutel haben möchtet.

Für alle anderen gibt es Ende Februar ein neues Gewinnspiel!

Liebe Grüße,
Charlene

Donnerstag, 9. Februar 2012

Gefährten (Filmkritik, David Kross und Gewinnspiel)

Nachdem ich euch in der letzten Woche hier kurz den Film "Gefährten" vorgestellt habe, folgt heute die Kritik. Da der mittlerweile sehr bekannte Schauspieler David Kross auch eine Rolle in dem Film übernommen hat, präsentiere ich euch noch ein Video, in dem er über den Film berichtet. Zudem möchte ich euch noch auf das Gewinnspiel hinweisen, an dem ihr noch bis morgen um 15 Uhr hier teilnehmen könnt!

Umsetzung 
Ganz bewusst läuft die filmische Umsetzung, ebenso wie die sehr erfolgreiche Theaterproduktion, unabhängig von dem Buch. D.h. der Roman wird zwar als Vorlage genutzt, dient aber nicht als Anleitung für die Verfilmung. Ganz bewusst weicht Steven Spielberg von der literarischen Erzählung ab und schafft so einen wundervollen Film, der dem Buch in nichts nachsteht. Der größte Unterschied besteht darin, dass Joey zwar im Mittelpunkt steht, man aber nicht seine Gedanken hören kann. Dies führt wiederum dazu, dass die Menschen zu Erzählern werden und doch in den Hintergrund treten. Sie sind Wegbegleiter und treue Freunde des Pferdes, bilden aber nicht das Zentrum des Films. Natürlich macht dies eine besondere Arbeit mit den unterschiedlichsten Tieren notwendig. Über 100 Pferde waren im Einsatz, spezielle Make-up-Künstler wurden eingestellt, diverse Trainer mussten engagiert werden und die gesamte Arbeit wurde von unabhängigen Beobachtern, die sich um das Wohl der Tiere kümmern sollten, verfolgt.
Wie umfangreich die Suche nach geeigneten Schauplätzen und das Konstruieren diverser Kulissen war, soll hier gar nicht weiter erwähnt werden. Fünf Minuten des Films reichen aus, um zu erkennen, welche Arbeit in die Umsetzung gesteckt wurde.

Kritik
Aus meiner Sicht hat es Steven Spielberg geschafft die literarische Vorlage nicht nur umzusetzen, sondern die Geschichte zu veredeln. Zunächst ist die Auswahl der Schauspieler zu loben. Wie auch schon in seinen anderen Filmen, findet man bekannte Schauspieler neben sehr talentierten Newcomern. Besonders mit der Besetzung von Jeremy Irvine (Albert Narracott) hat Spielberg sein gutes Gespür bewiesen. Irvine schafft es von der ersten Sekunde an die Leidenschaft, welche in der Freundschaft zu Joey steckt, auf das Publikum zu übertragen. Man freut sich mit den beiden, leidet aber auch und trauert mit ihnen. Allen leichten Gemütern sei daher schon an dieser Stelle die Mitnahme von Taschentüchern empfohlen!
Doch auch die gestandenen Persönlichkeiten, wie Emily Watson (Rosie Narracott) und David Thewlis (Lyons), füllen die Figuren mit solch einer Kraft, das der Film zu einem Seherlebnis wird.
Sicherlich werden einige Kritiker sagen, dass diese Form des Films eher altbacken ist. Epochale Bilder mit mächtiger Musik, wundervolle Landschaftsbilder, die farblich exakt mit den Geschehnissen harmonieren und eine Erzählung, die durch die verschiedenen Schauplätze und unzähligen Charaktere eigentlich jeden Rahmen sprengt. Doch ist es nicht gerade das, was einen Film besonders macht? Er stellt sich gegen den Mainstream und erzählt dabei eine zeitlose Geschichte voller Freundschaft und Liebe, die sich vor dem Hintergrund eines schrecklichen Krieges abspielt.

Fazit
Endlich einmal eine sehr gelungene Adaption, die man uneingeschränkt empfehlen kann. In zweieinhalb Stunden werden alle menschlichen Emotionen angesprochen und es wird gezeigt was wirklich wichtig ist im Leben.


Gefährten - David Kross Featurette HD

 

Dienstag, 7. Februar 2012

Daniel Napp, Das dicke Buch von Dr. Brumm

Da Dr. Brumm jedem Leser bekannt ist... Wie bitte, Sie kennen Dr. Brumm noch nicht? Das sollten sie schleunigst ändern, sonst verpassen Sie wunderbare Abenteuer, in denen ein netter Braunbär Alltagsproblemen auf den Grund geht und in das ein oder andere Fettnäpfchen tritt. Dr. Brumm mag zwar nicht immer das hellste Köpfchen sein, aber seine Neugier und seine Entdeckernatur wirken ansteckend. Und während man ihn begleitet, hüpft man vor Spannung hin und her, spannt seine Lachmuskeln fast sekündlich an und schüttelt den Kopf über so viel Einfallsreichtum. Natürlich ist das nicht nur Dr. Brumm allein zu verdanken. Nein, auch sein geliebter Freund Pottwal, der in einem Goldfischglas ständiger Begleiter des Bären ist, sorgt für heitere und nervenaufreibende Momente.

In dem "dicken Buch" sind vier Brumm-Geschichten versammelt, die es bisher nur als einzelne Bücher in verschiedenen Formaten gab. Ergänzt werden sie durch fünf kleine amüsante Erzählungen, die sich immer zwischen den Hauptteilen befinden und so eine schöne Abwechslung für den Leser und den Betrachter darstellen. Sie bilden zudem eine Art Außenskelett, da sie mit dem Aufstehen anfangen und mit dem Versuch endlich einzuschlafen enden.

Daniel Napp hat sich mit Dr. Brumm in viele Vorleser- und Kinderherzen geschrieben und gezeichnet. Und die Beobachtungen und Befragungen meines fast fünfjährigen Testlesers haben gezeigt, dass die Charaktereigenschaften der einzelnen Figuren in den Bildern und im Text wunderbar wiedergegeben werden. Die leicht tollpatschige und etwas begriffsstutzige Art von Dr. Brumm wird als sehr witzig aufgefasst und sorgt auch immer wieder für interessante Diskussionen über sein Verhalten. Gleichzeitig sind die Abenteuer aber auch so spannend, dass der Leser/Betrachter immer am Ball bleibt. Und letztendlich laden die liebevollen und detailreichen Bilder zum ausführlichen Betrachten ein. Ein einziges Manko habe ich beim Vorlesen entdeckt. Die häufig Wiederholung von "sagt Dr. Brumm" und "sagt Pottwal" ließ ein wenig Monotonie aufkommen, die sich allerdings nicht auf den Zuhörer übertragen hat.

Fazit: Ein wunderbarer Sammelband für Brumm-Neulinge und Brumm-Fans aller Altersklassen. Hier werden Spaß und Abenteuer ganz groß geschrieben.


Aus der Reihe: Dr. Brumm
Laminierter Pappband
128 Seiten
Format: 21,3 x 27,5 cm
Ab 4 Jahren
ISBN: 978-3-522-43716-5
 

Preis: 14,95 €
Österreich: 15,40 €, Schweiz: 21,90 sFr
Erscheinungstermin: 05.01.2012




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Seite von Daniel Napp