Mittwoch, 9. November 2011

Antoinette van Heugten, Mutterliebst

- Für einen unglaublichen, unerträglichen Augenblick lässt sie diese Vorstellung zu. Schreckliche Gefühle durchströmen wie wie glühend heiße Lava - eine Totenklage, die dunkel und krank aus ihrer Seele bricht. -


Als durchsetzungsfähige und erfolgreiche Anwältin in einer patriarchalisch anmutenden Kanzlei ist es Danielle Parkman gewohnt schnell und recht flexibel zu reagieren. Und auch als alleinerziehende Mutter konnte sie bis jetzt die meisten Situationen mit Bravour meistern. Doch seit sich ihr austistischer Sohn in der Pubertät befindet, wird sein Verhalten immer aggressiver und schwerer steuerbar. Nach einigen unschönen Ereignissen weiß Danielle sich nicht mehr zu helfen und wendet sich an die renommierte Maitland-Klinik. Aber kaum ist sie dort angekommen, hegt sie ernste Zweifel, ob ihre Entscheidung richtig war und ob ihrem Sohn in der Klinik wirklich geholfen wird. Nach einigen Tagen verschlechtert sich zudem Max' Zustand und die Diagnose der Ärzte ist erschütternd. Danielle kann die Entscheidungen des Klinikpersonals nicht akzeptieren und versucht ihren Sohn wieder nach Hause zu holen. Doch dann findet sie ihn bewusstlos und voller Blut neben einem toten Patienten liegen.
Hat ihr Sohn wirklich diese Tat begangen? 
Danielle glaubt felsenfest an die Unschuld ihres Sohnes und macht sich selbst strafbar, um dies zu beweisen. Jeder Rückschlag lässt aber ihren Glauben schwinden und sie fragt sich immer wieder nach dem Warum. Hat Max vielleicht doch diesen Jungen ermordet?

Antoinette van Heugten war selbst Anwältin und hat umfangreiche Erfahrungen mit autistischen Kindern gesammelt. Beide Aspekte kommen in dem Buch immer wieder zum Tragen und sorgen dafür, dass vor allen Dingen die juristischen Aspekte sehr stringent wirken. Und auch wenn es n kürzeren Passagen um autistische Kinder geht, hat man den Eindruck, dass alles korrekt wiedergegeben wird. Bis man allerdings zu diesen Punkten gelangt, muss man sich durch einen recht langatmigen Einstieg lesen, der aus meiner Sicht gar keine Fahrt aufgenommen hat. Die Einführung der Orte, das Vorstellen der Personen und die Darstellung grundlegender Zusammenhänge erfolgt sehr trocken. Der Leser fragt sich immer wieder wann jetzt endlich die eigentliche Geschichte startet.

Mit dem Auffinden der Leiche geht es allerdings in einem Affenzahn los. Ein unheilvolles Ereignis jagt das nächste und die sonderbaren Entdeckungen nehmen kein Ende. Zudem kann man sich von Seite zu Seite mehr in die Figuren hineinversetzen. 
Die Geschichte entwickelt sich hervorragend und der Leser rätselt mit, versucht Rückschlüsse zu ziehen und eigene Ideen zu entwickeln. 
Weiterhin treten neue Figuren in den Vordergrund, die man einfach sympathisch finden muss.
Und das Beste: So bleibt es bis zum Schluss!


Fazit: Ein Buch, des 100 Seiten braucht um in Fahrt zu kommen. Aber dann geht es richtig los!


ISBN 978-3-89941-939-9
8,99 EUR [D]
 9,30 EUR [AT] 
13,50 sFr [Ch]

432 Seiten

Kommentare:

  1. Ist es auch. Aber wie gesagt muss man leider erst einmal 100 sehr zähe Seiten überstehen.

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