Donnerstag, 9. Februar 2012

Gefährten (Filmkritik, David Kross und Gewinnspiel)

Nachdem ich euch in der letzten Woche hier kurz den Film "Gefährten" vorgestellt habe, folgt heute die Kritik. Da der mittlerweile sehr bekannte Schauspieler David Kross auch eine Rolle in dem Film übernommen hat, präsentiere ich euch noch ein Video, in dem er über den Film berichtet. Zudem möchte ich euch noch auf das Gewinnspiel hinweisen, an dem ihr noch bis morgen um 15 Uhr hier teilnehmen könnt!

Umsetzung 
Ganz bewusst läuft die filmische Umsetzung, ebenso wie die sehr erfolgreiche Theaterproduktion, unabhängig von dem Buch. D.h. der Roman wird zwar als Vorlage genutzt, dient aber nicht als Anleitung für die Verfilmung. Ganz bewusst weicht Steven Spielberg von der literarischen Erzählung ab und schafft so einen wundervollen Film, der dem Buch in nichts nachsteht. Der größte Unterschied besteht darin, dass Joey zwar im Mittelpunkt steht, man aber nicht seine Gedanken hören kann. Dies führt wiederum dazu, dass die Menschen zu Erzählern werden und doch in den Hintergrund treten. Sie sind Wegbegleiter und treue Freunde des Pferdes, bilden aber nicht das Zentrum des Films. Natürlich macht dies eine besondere Arbeit mit den unterschiedlichsten Tieren notwendig. Über 100 Pferde waren im Einsatz, spezielle Make-up-Künstler wurden eingestellt, diverse Trainer mussten engagiert werden und die gesamte Arbeit wurde von unabhängigen Beobachtern, die sich um das Wohl der Tiere kümmern sollten, verfolgt.
Wie umfangreich die Suche nach geeigneten Schauplätzen und das Konstruieren diverser Kulissen war, soll hier gar nicht weiter erwähnt werden. Fünf Minuten des Films reichen aus, um zu erkennen, welche Arbeit in die Umsetzung gesteckt wurde.

Kritik
Aus meiner Sicht hat es Steven Spielberg geschafft die literarische Vorlage nicht nur umzusetzen, sondern die Geschichte zu veredeln. Zunächst ist die Auswahl der Schauspieler zu loben. Wie auch schon in seinen anderen Filmen, findet man bekannte Schauspieler neben sehr talentierten Newcomern. Besonders mit der Besetzung von Jeremy Irvine (Albert Narracott) hat Spielberg sein gutes Gespür bewiesen. Irvine schafft es von der ersten Sekunde an die Leidenschaft, welche in der Freundschaft zu Joey steckt, auf das Publikum zu übertragen. Man freut sich mit den beiden, leidet aber auch und trauert mit ihnen. Allen leichten Gemütern sei daher schon an dieser Stelle die Mitnahme von Taschentüchern empfohlen!
Doch auch die gestandenen Persönlichkeiten, wie Emily Watson (Rosie Narracott) und David Thewlis (Lyons), füllen die Figuren mit solch einer Kraft, das der Film zu einem Seherlebnis wird.
Sicherlich werden einige Kritiker sagen, dass diese Form des Films eher altbacken ist. Epochale Bilder mit mächtiger Musik, wundervolle Landschaftsbilder, die farblich exakt mit den Geschehnissen harmonieren und eine Erzählung, die durch die verschiedenen Schauplätze und unzähligen Charaktere eigentlich jeden Rahmen sprengt. Doch ist es nicht gerade das, was einen Film besonders macht? Er stellt sich gegen den Mainstream und erzählt dabei eine zeitlose Geschichte voller Freundschaft und Liebe, die sich vor dem Hintergrund eines schrecklichen Krieges abspielt.

Fazit
Endlich einmal eine sehr gelungene Adaption, die man uneingeschränkt empfehlen kann. In zweieinhalb Stunden werden alle menschlichen Emotionen angesprochen und es wird gezeigt was wirklich wichtig ist im Leben.


Gefährten - David Kross Featurette HD

 

Kommentare:

  1. Ich bin hin- und hergerissen von diesem Film. Einerseits war er natürlich völlig übertrieben und unrealistisch, andererseits total schön, traurig, eben gefühlsvoll, wenn man sich drauf einlässt. Man muss halt bereit sein sich auf diesen Film einlassen zu können, zu akzeptieren, dass hier nicht so viel Genauigkeit und Realismus auf den Ersten Weltkrieg liegt, sondern es um ein Pferd geht, dass auf seiner Reise mehrere Gefährten hat, dann ist der Film echt der absolute Hammer.

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  2. So ging es mir auch. Allerdings habe ich es schon fast aufgegeben auf die historische Genauigkeit zu achten, weil mir dadurch oft der Filmgenuss verdorben wurde. :-)

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