Samstag, 30. Oktober 2010

Der kleine Nick

Für mich begann alles mit einem Bericht des Mittagsmagazins auf ZDF. Susanne Conrad stellte wieder ein Buch vor. Doch diesmal handelte es sich um ein Kinderbuch. Ich war verwundert. Ein Kinderbuch wird vom ZDF für Erwachsene empfohlen? Nach dem Bericht war mir jedoch klar: Den kleinen Nick MUSS ich lesen. Heute habe ich alle deutschen Fassungen der Geschichten gelesen, diverse Dokumentationen geschaut und den Film im Kino genossen. Neuerdings schauen wir uns sogar die kleine Zeichentrickserie am Abend an.

Doch für den kleinen Nick begann alles schon viel früher als für mich. Seine Geschichte beginnt 1956. In diesem Jahr erschienen die von Asterix-Erfinder René Goscinny und Zeichner Jean-Jacques Sempé erdachten Geschichten als Comicstrip in dem belgischen Magazin "Le Moustique". Sie waren zunächst ein Reinfall, da sie nicht dem bekannten Stil der beiden kreativen Köpfe entsprachen. Ab 1959 erschienen kleine Geschichten über Nick, die mit der Hilfe von wenigen Zeichnungen illustriert wurden. In den folgenden sechs Jahren sollten 160 Abenteuer erscheinen, die so erfolgreich waren, dass sie auch in Form von Büchern gedruckt wurden. In Frankreich gehört der Gesamtband mittlerweile zur Schulpflichtlektüre und es gibt somit fast keinen Franzosen, dem der kleine Nick unbekannt ist.
Den Durchbruch in Deutschland brachten Fundstücke, die Anne Goscinny (die Tochter von René) auf dem Dachboden entdeckte und die 2004 und 2009 veröffentlicht wurden. Teilweise wurden hierfür neue Zeichnungen durch Sempé angefertigt.

Doch was macht die Geschichten so besonders? Und wer ist eigentlich der kleine Nick?
Erst einmal ist das hier der kleine Nick: 
Nick ist ein kleiner Junge, der nicht zu den besten Schülern gehört, aber in der Schule eine Menge Spaß hat. Außerdem hat er prima Freund mit denen er viele Abenteuer erlebt. Das wären:
  • Otto: Er ist etwas dicker und ständig am futtern. Wenn er nicht gerade an einem Marmeladenbrot knabbert, überlegt er was er sich nach der Schule beim Metzger kaufen könnte.
  • Franz: Der größte Raufbold der Klasse ist er auf jeden Fall. Passt ihm etwas nicht, gibt es gleich einen Hieb auf die Nase.
  • Georg: Mit dem Bus zur Schule fahren? Das hat Georg nicht nötig. Sein Vater ist sehr reich, liest ihm alle Wünsche von den Lippen ab und hat natürlich auch einen Chauffeur, der den Sohn zur Schule bringt.
  • Roland: Seine Trillerpfeife hat er immer dabei. Die hat er von seinem Vater, der Polizist ist, erhalten. Und natürlich möchte Roland später auch zur Polizei.
  • Adalbert: Er ist der Streber der Klasse und der Liebling der Lehrerin. Zum Glück trägt er eine Brille. Ansonsten würde er stets und ständig eins auf die Nase bekommen.
  • Chlodwig: So wie es einen Streber in jeder Klasse gibt, gibt es auch einen völlig Unwissenden. Das ist Chlodwig. Er schläft häufig im Unterricht und bekommt nur schlechte Noten. Daher geht er schon teilweise freiwillig in die Ecke, wenn sein Name aufgerufen wird.
  • Joachim und Max sind Charaktere die hin und wieder auftauchen aber nicht so genau beschrieben werden wie die anderen Freund von Nick.
  • Marie-Hedwig ist die Tochter der Rothschilds und Nick heimliche Liebe.
Neben Nicks Freunden gibt es auch noch seine Eltern, die er über alles liebt. Auch wenn der Papa sich am Abend oft hinter der Zeitung versteckt und die Mutter die Küche nur selten verlässt. Episoden zwischen dem Ehepaar, wenn sich zum Beispiel die Schwiegermutter als Besucherin ankündigt, werden in den Büchern immer wieder humorvoll beschrieben. Zudem streitet sich der Vater häufig mit seinem Nachbarn Herr Bleder. Aus diesen Streits entwickeln sich vielfach lustige Erlebnisse, in die Nick involviert ist.
In der Schule sind zwei Personen sehr wichtig für Nick. Zunächst gibt es die Lehrerin. Ihr Name wird in keiner der Geschichten erwähnt. Sie ist einfach "Die Lehrerin". Während der Hofpausen hat die gesamte Bande häufig mit Herrn Hühnerfeld kontakt. Er wird von ihnen liebevoll Herr Hühnerbrüh genannt. Wie es zu dem Namen kam, möchte ich noch nicht verraten.

Alle Figuren kennt wahrscheinlich jeder, in gewissen Abwandlungen, aus seiner Schulzeit. Somit ist es nicht verwunderlich, dass sich auch heute noch viele mit dem kleinen Nick und seinen Abenteuern identifizieren können. Wir können mit dem kleinen Hauptdarsteller mitfühlen, wenn andere draußen spielen und er krank im Bett liegen muss. Wir verstehen seine Qualen, wenn er als einziger Junge auf einen Mädchengeburtstag gehen muss und zum Puppenvater mutiert. Wir bewundern seinen Mut, wenn er mit siener Bande ein neues Abenteuer erlebt. Und wir wären gerne wieder Kind, um mit Nick und seiner Bande auf dem alten Bauplatz zu spielen.

Die Sprache lehnt sich teilweise an Begriffen an, die gerade in den 60er Jahren sehr beliebt in Jugendkreisen gewesen sind und den Eltern damals gar nicht gefallen haben. Heute erscheinen sie uns sehr harmlos, doch können wir sie sofort im Kopf durch moderne Begriffe ersetzen. Das der Witz der Sprache bei der Übersetzung nicht verloren gegangen ist, haben wir besonders Hans Georg Lenzen zu verdanken. Er hat den kleinen Nick nach Deutschland verfrachtet und seine Sprache liebevoll angepasst. Er weist sogar in einem Vorwort darauf hin, dass auch die Namen ins Deutsche übertragen wurden, um das Lesen zu erleichtern. Weiterhin schreibt er: "Satzbau und Zeichensetzung dieses Buches sind dem kleinen Nick angepasst, nicht dem >Kleinen Duden<. Wenn ihr also seine atemberaubenden Kettensätze demnächst als neue Errungenschaft in euren Klassenaufsätzen verwendet, müsst ihr damit rechnen, dass eure Lehrer diesen Bemühungen wenig Verständnis entgegen bringen." (Aus: Neues vom kleinen Nick, S. 14)

Die tollen Geschichten und die schöne Sprache werden durch die Zeichnungen noch zusätzlich aufgewertet. Hier ein Beispiel:

In dieser Geschichte kommt ein Radioteam in die Schule. Adalbert (der Streber) ist so nervös, dass er in einem Quiz völlig versagt.






Fazit: Die Bücher sind rundum gelungen und ich kann jedem nur diese prima Geschichten ans Herz legen. Und wer Lust auf einen amüsanten DVD-Abend hat, sollte sich den Film anschauen. :o)

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Interview mit dem kleinen Nick

Beispielbuch:

Hardcover Pappband, 648 Seiten
ISBN 978-3-257-01120-3
Erschienen im Sept. 2005
€ (D) 24.90 / sFr 43.90* / € (A) 25.60
* unverb. Preisempfehlung

Freitag, 29. Oktober 2010

Freitags-Füller

Die unterstrichenen Stellen sind...? Genau, von mir.

1.   Lieber November, mach bitte so wechselhaft weiter. Ich mag das.
2.   Ein befristeter Job ist besser als nichts.
3.   Halloween führt dazu, dass ich auch mal sehe wie sich die Kinder aus unserer Straße so entwickeln.
4.   Fleischrouladen mit Rotkohl schmecken im Winter am besten.
5.  Ich schaue aus dem Fenster und sehe  eine recht ruhige Straße, zu viele parkende Autos und Bäume mit herbstlicher Färbung.
6.   Ich wollte wohl mal aufräumen und Paulchens Sachen für das Wochenende packen , aber muss das denn wirklich sein?
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf die Auswertung von Fragebögen , morgen habe ich die Verabschiedungsfeier für eine Freundin eingeplant und Sonntag möchte ich ausschlafen, ach nee Unterricht vorbereiten!

Hier gibt es die Freitags-Füller-Vorlagen

Dienstag, 26. Oktober 2010

Was ich (ab morgen) lese

Heute hat mich ein Gewinnspiel-Preis erreicht:
Ab morgen werde ich also das Buch lesen, welches auf der Frankfurter Buchmesse vom Stand des C.H.Beck-Verlages am häufigsten gestohlen wurde :-)

Sonntag, 24. Oktober 2010

Kinderbuch die 2te

Wie schon vor ein paar Tagen erwähnt, möchte ich auch hin und wieder einige Kinderbücher vorstellen. Beginnen möchte ich mit drei Werken der Autorin Julia Donaldson und dem dem Zeichner Axel Scheffler. An anderer Stelle habe ich bereits den Grüffelo vorgestellt. Heute möchte ich euch etwas über Zogg erzählen.

Zogg ist der größte kleine Drache, der noch in die Drachenschule geht. Dort bringt ihm Frau Drache bei wie man fliegt, brüllt, Feuer speit, Prinzessinnen entführt und gegen Ritter kämpft. Zogg ist eifrig bei der Sache, doch führt sein Eifer meist auch dazu, dass er sich verletzt. Allerdings ist dann immer schnell ein hilfsbereites Mädchen zur Stelle, das sich um die Folgen seiner Übungen kümmert. Es legt einen Verband an, gibt ihm Hustenbonbons oder klebt ein Pflaster auf die Drachennase. Als der kleine Drache es nicht schafft eine Prinzessin zu entführen, verrät ihm das Mädchen, dass sie eine Prinzessin ist. Außerdem ist sie bereit Zogg zu begleiten. In der folgenden Zeit lebt Prinzessin Perle bei den Drachen und verarztet sie regelmäßig. Doch eines Tages kommt ein Ritter und möchte die Prinzessin befreien. Zogg will mit dem Ritter um Perle kämpfen. Sie möchte allerdings keinen Streit und schon gar keinen Kampf. Außerdem will sie auch lieber als Ärztin durch die Lande reisen und nicht in einem Palast leben. Auch der Ritter möchte nicht länger kämpfen und fragt Perle, ob er sie begleiten kann. Leider ist sein Pferd so klein, dass es die beiden Ärzte nicht tragen kann. Da erklärt sich Zogg bereit zu helfen. Zu dritt bilden sie eine fliegende Ambulanz.

Im Gegensatz zum Grüffelo beginnt der Zogg eher holprig. Da die Sätze etwas länger sind, ist es auch schwerer den gereimten Text in einem schönen Klang zu lesen. Hat man die Zeilen jedoch zwei- oder dreimal gelesen, entwickelt sich ein wunderbarer Rhythmus. Zudem ist die Geschichte an sich einfach wunderschön.

Die Zeichnungen von Axel Scheffler sind aus meiner Sicht an manchen Stellen noch schöner als beim Grüffelo. Die Mimik der einzelnen Figuren fällt stärker auf und passt sehr gut zum Text. Zudem wachsen die Drachen und die Prinzessin während der Geschichte ganz selbstverständlich. Wunderbar sind auch die von ihm eingebauten Grüffelo-Hinweise. Zudem tauchen auf den Bildern Figuren auf, die man aus anderen Donaldson/Scheffler-Werken kennt.

Fazit: Zogg ist ein wunderschönes Kinderbuch, das nur auf den ersten Blick sprachlich etwas holprig erscheint. Die Zeichnungen sind dem Illustrator wunderbar gelungen und tragen sicherlich bei vielen Lesern und Zuhörern zu einem weiteren Interesse an Arbeiten von Donaldson und Scheffler bei.

Übersetzt aus dem Englischen von Thomas Eichhorn
ISBN 978-3-407-79422-2
1. Auflage 2010. 32 Seiten.
Gebunden.
Ab 4 Jahre

"Bücher"-Magazin

Während meiner Reise landete in meinem heimatlichen Briefkasten ein Brief von falkemedia.
Dieser Verlag hat die Rechte an der Marke "Bücher" erworben.
Zu meiner Freude stand in dem Brief folgender Absatz:

"Zwar haben wir keinerlei Pflichten übernommen, doch wir möchten Sie weiterhin als Leser von "BÜCHER" begeistern und werden Sie zu unseren Lasten für Ihre bisher an den VVA gezahlten Beträge mit dem Magazin "BÜCHER" beliefern und das Abonnement damit fortführen. (...) Die erste, neue Ausgabe wird Anfang Dezember 2010 bei Ihnen eintreffen."

Das freut mich natürlich sehr und sobald die erste "neue" Ausgabe eintrifft werde ich über die Qualität der Artikel usw. berichten.

Liebe Grüße
Charlene


Link zum "BÜCHER"-Magazin

Samstag, 23. Oktober 2010

Zurück

Liebe Besucher,
ich bin zurück von meiner einwöchigen Jugendreise.
Jetzt benötige ich erst einmal zwei Tage zum Auftanken. Zudem hatte ich im Spreewald ohnehin auch keine Zeit zum Lesen. Morgen werde ich aber wieder eine Kinderbuch-Rezension einstellen.

Liebe Grüße
Charlene

Sonntag, 17. Oktober 2010

Kleine Blog-Pause

Liebe Besucher,
da ich mich am morgigen Tag mit ein paar Jugendlichen auf eine Herbst-Aktivreise begeben werde, ruht dieser Blog für eine Woche.
Danach geht es aber wie gewohnt weiter.

Bis dahin wünsche ich allen eine Menge toller Leseerlebnisse.

Liebe Grüße
Charlene