Dienstag, 18. Januar 2011

Mal wieder ein Ausblick

Liebe BesucherInnen,
in der vergangenen Woche habe ich "Oksa Pollock" abgeschlossen. Leider darf ich diesbezüglich noch keine Rezension veröffentlichen, da das Buch erst im März erscheint.
Das erste Buch der Leseliste habe ich ja bereits rezensiert. Als nächstes Werk ist "Drachenläufer" an der Reihe. Momentan lese ich aber auch noch ein Buch, das auch erst im März erscheint. Jedoch muss ich bis zum 31. Januar zu diesem Werk eine Rückmeldung gabeben. Ich bin aber guter Dinger, dass ich mit dem Lesen spätestens am Donnerstag fertig bin.
Da ich am Donnerstag und Freitag beruflich auf Usedom weile, werde ich nicht wirklich zum Lesen kommen. Lange Rede kurzer Sinn: Die Rezension von Drachenläufer wird nicht vor Sonntag online sein.

Um die Zeit bis dahin zu überbrücken, werde ich morgen am Abend oder Donnerstag am Morgen eine Rezension online stellen, die sich mit einem Buch aus meinem Bücherregal befasst. Welches Werk das sein wird, weiß ich jetzt selbst noch nicht. Ich werde einfach mal stöbern.
Am Freitag kommt dann wie gewohnt der Freitagsfüller.
Am Samstag habe ich für alle Mac-Nutzer ein kleines Schmankerl eingeplant. Ich stelle das Programm "Books" vor. Nein, es handelt sich dabei nicht um dieses gute Stück.
Es geht um ein Verwaltungsprogramm für den eigenen Bücherbestand. Mit der integrierten Kamera kann man zum Beispiel die Barcodes einscannen und sich die entsprechenden Buchdaten automatisch aus dem Internet laden.

Und wer noch eine Buchhülle möchte, kann sich gerne bei mir melden. Ich habe die Nähmaschine noch, weiß aber nicht wie lange dieser Zustand anhalten wird :-)

Liebe Grüße und noch eine Woche voller Bücher wünscht
Charlene

Matt Haig, Die Radleys

- Man hat von Vampiren gehört, die über zweihundert Jahre alt geworden sind. Und ein paar rigorose täuschen ihren Tod in jungen Jahren vor, wie Byron, der auf dem Schlachtfeld in Griechenland so tat, als hätte er Fußbrand. (...) In den Achtzigern bin ich ihm mal begegnet. Er war DJ zusammen mit Thomas de Quincey auf irgendeiner Party in einem Keller auf Ibiza. -

Die Radleys sind eine überaus normale englische Familie. Sie leben in einem kleinen Ort, fahren einen Familienwagen, engagieren sich in der Dorfgemeinschaft und versuchen einfach nicht aufzufallen. Doch ein paar Kleinigkeiten sind schon sonderbar. Warum sind häufig die Fensterläden geschlossen? Warum kümmert sich ein Gärtner um ihren wirklich sehr kleinen Garten? Und warum haben die Kinder so seltsame Krankheiten? Die Antwort ist ganz einfach: Die Radleys sind Abstinenzler. Das heißt sie sind Vampire, die versuchen kein Blut zu trinken. Mit Hilfe des Handbuchs für Abstinenzler gelingt ihnen das auch viele Jahre. Doch dann scheinen die Kinder hinter das Familiengeheimnis zu kommen. Als dann auch noch Onkel Will auftaucht, von dessen Existenz die Kinder nicht einmal etwas geahnt haben, läuft alles aus dem Ruder.
Mehr möchte ich an dieser Stelle aber nicht verraten, da die Geschichte einfach so wunderbar ist, dass ich sie nur jedem empfehlen kann.

Sprachlich hat mir das Buch sehr gut gefallen. Matt Haig beschreibt die Radleys und ihr Leben in so einer interessanten und klaren Weise, dass man das Gefühl hat neben den Protagonisten zu stehen. Man hat sofort ein klares Bild vor den Augen und stolpert nicht über umständliche Begriffe. Gleichzeitig ist der Text aber auch so humorvoll geschrieben, dass vom Schmunzeln bis zum lauten Lachen alles dabei ist. Zudem sind diese witzigen Elemente sehr liebevoll eingearbeitet und reihen sich nicht platt aneinander. Aber das ist noch nicht alles. Die gesamte Geschichte fordert den Leser dazu auf, immer wieder das Buch in die Hand zu nehmen. Man möchte wissen wie sich der Plot noch entwickelt und wird mit wundervollen Wendungen belohnt.
Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass es sich zwar laut dem Untertitel um einen Vampirroman handelt, er aber keine der üblichen Klischees bedient. Ganz im Gegenteil. Es ist eher ein toller Roman, der einen kleinen Hauch von Vampir in sich trägt. 

Fazit: Ein tolles Buch, dass man in einem Rutsch lesen kann und hinterher mit einem Schmunzeln schließt.



ISBN: 978-3-462-04233-7
432 Seiten, Gebunden
Euro (D) 19,95 | sFr 30,50 | Euro (A) 20,60 


Link zur Verlagsseite 

Sonntag, 16. Januar 2011

Tove Jansson, Geschichten aus dem Mumintal

Bis vor wenigen Tagen wusste ich nur zwei Dinge über die Mumins: Sie sehen aus wie weiße Nilpferde und ich sollte unbedingt mal eine Geschichte über sie lesen.
Eine Bekannte, die finnische Wurzeln hat, erinnerte mich mit einem Mumin-Poster wieder an meinen Lesevorsatz. Nichts einfacher als das, besonders wenn man gerade einen Geburtstag hinter sich gebracht hat. Im Internet suchte ich mir einfach ein Buch aus ohne zu schauen, ob es eine logische Reihenfolge der Bände gibt.
So zogen die "Geschichten aus dem Mumintal" bei mir ein und wurden heute gelesen. Laut diverser Internetseiten hat die finnlandschwedische, nein nicht finnisch-schwedische, Autorin Tove Jansson in der Zeit von 1945-1970 neun romanartige Muminbücher geschrieben und illustriert. Während sich die ersten fünf Bücher klar an Kinder richten und ihre spezifischen Probleme behandeln, verfolgt die Autorin in den restlichen Werken auch philosophische und psychologische Fragestellungen. Da mein Buch in dieser Reihenfolge an der siebenten Stelle steht, war mein blinder Griff recht erfolgreich. Denn gerade diese Fragestellungen haben mir wunderbar gefallen. In dem Schnupferich, der freiwillig einsam durch die Gegend wandert und die perfekte Melodie sucht, dem verspielten Mumin oder dem Mumin-Vater, der einer anscheinend verpassten Lebenschance nachtrauert, finden sich wunderbare psychologische Figuren und Muster wieder. Die meisten Charaktere sind auf einer Suche, auf der sie sich selbst besser kennenlernen, ihr jetziges Leben reflektieren, auch in Frage stellen und dann wieder als positiv bewerten. Die gute Wendung erfolgt meist, weil sich die Figuren selbst Gedanken machen und somit sozusagen selbst therapieren. Die inneren Monologe und die Zerrissenheit wird von Tove Jansson in jeder einzelnen Geschichte wunderbar geschrieben. Zudem wird die Mumin-Welt wunderbar durch eine klare und zeitgleich auch poetische Sprache dem Leser vor Augen geführt.
Nach dem Lesen fühlt man sich zufriedener und lebensfroher.
Probleme, die einem vielleicht vor dem Lesen durch den Kopf gegangen sind, scheinen nicht mehr so unüberwindbar. Und dann sieht man noch die Zeichnungen der drolligen und sonderbaren Figuren und möchte nur noch an einem Ort sein: Im Mumintal.

Fazit: Ich werde das Mumin-Universum nicht so schnell verlassen und empfehle jungen und alten Lesern auch einen Blick zu riskieren. Ihr werdet es nicht bereuen!



184 Seiten
Halbleinen
12,95 EUR [D]
ISBN 978-3-401-06213-6   

Freitag, 14. Januar 2011

Was ich demnächst lesen werde

Dank Elas Twitter-Aufruf hat es meine Umfrage noch auf 11 Teilnehmer geschafft.

Hier nun die Ergebnisse

Titel                                                                   Stimmen
Die Radleys                                                         6
Rezension
Drachenläufer                                                      6
Rezension
Die Unmöglichkeit des vierhändigen Spiels         4  :-D
Rezension
Drood                                                                   3
Schattengesicht                                                   2
Glister                                                                  2
Nicht mein Tag                                                     1
Das München-Komplott                                       0
Die Schuld des Tages an die Nacht                     0

In genau dieser Reihenfolge werde ich die Bücher lesen.
Da die Radleys sehr aktuell sind, habe ich sie vor "Drachenläufer" gestellt.

Ich danke allen für die Teilnahme und freue mich schon auf die Rezensionen.

Liebe Grüße
Charlene

FreitagsFüller

 Wer es noch nicht kennt: Die unterstrichenen Stellen sind meine Einsetzungen.

1.  Ich finde es blöd,  so lange auf das Referendariat zu warten.
2.   Ich hasse auf dem Radweg Geisterfahrradfahrer auf der linken Seite.
3.  Die besten Dinge im Leben erkennt man häufig erst rückblickend.
4.   Eine Menge Geld wäre jetzt nicht schlecht. :-D
5.  Wenn ich nicht so ängstlich wäre, ... Also wenn ich etwas nicht bin, dann ängstlich.
6.  Ich habe angefangen zu bloggen, weil ich viel Zeit hatte und es mal probieren wollte.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf das Aufhängen unserer Plakate im Abgeordnetenhaus, morgen habe ich mit meiner Familie einen Besuch in Sachsen-Anhalt geplant und Sonntag möchte ich früh wieder in Berlin sein, um noch eine Rezension zu schreiben!

Liebe Grüße
Charlene

Donnerstag, 13. Januar 2011

Bücherkleidung

Im vergangenen Jahr hatte ich den Entschluss gefasst mich mal mit dem Nähen von Buchhüllen zu beschäftigen. Ich habe mir dann ein paar Anleitungen angeschaut, die wirklich deppensicher aussahen. Da ich bis zu diesem Experiment noch keine Nähmaschine benutzt hatte, erschien mir solch eine Anleitung sinnvoll. Von meinem restlichen Weihnachtsgeld habe ich dann noch Stoffe bestellt und anschließend meine Tante gefragt, ob sie mir ihre Nähmaschine leihen würde.
In der ersten Januarwoche legte ich gleich los.

Nach einer Stunde hatte ich zumindest schon einmal ein Lesezeichen erstellt. Und am Ende des Tages war meine erste Buchhülle fertig.
In den folgenden Tagen hatte mich das Nähfieber gepackt und ich habe für verschiedene Blogger-Freundinnen etwas genäht.
Meine Ergebnisse präsentiere ich nun hier. Und bitte entschuldigt die schlechte Qualität einiger Fotos, die ich mit dem Handy aufgenommen habe.
Das ist eine Buchtasche für diejenigen, die Buchhüllen nicht so mögen, ihre Bücher aber schützen wollen. Ich benutze sie jetzt seit ein paar Tagen und ich bin sehr zufrieden
Und hier seht ihr eine flexible Buchhülle für Taschenbücher. Bei den späteren Exemplaren habe ich rechts kein Gummiband, sondern einen Stoffstreifen eingenäht. Ich hoffe, dass dies stabiler ist.

Und hier noch ein Schmuckstück, dass ich passend für "Drei Wünsche hast du frei" genäht habe. Es ging an Christiane. D.h. abgeschickt ist es schon (heute), aber noch nicht angekommen.

Nun überlege ich schon was ich sonst noch nähen kann. Irgendwann möchte meine Tante ja sicherlich auch die Nähmaschine zurück :-)
Schlafbrille und Laptoptasche stehen noch auf meiner Liste. Kommt Zeit, kommt hoffentlich Geld und neue Meterware.



Morgen werde ich euch neben dem FreitagsFüller die Ergebnisse meiner Umfrage präsentieren.
Und vielleicht bekomme ich ja noch eine Rezension hin. Da ich aber am Wochenende unterwegs bin und morgen noch einige berufliche Pflichten habe, wird das schwer. Mal schauen.

Bis dann,
Charlene

Mittwoch, 12. Januar 2011

Michael Tsokos, Der Totenleser

- Zunächst einmal kann ich sie beruhigen: Die Tatsache, dass Sie dieses Buch gelesen haben, spricht statistisch gesehen dagegen, dass Sie irgendwann als Verbrechensopfer auf meinem Obduktionstisch oder dem eines Kollegen landen werden. -
(Aus dem Abschlusskapitel)

Selbstmörder, Vergewaltigungsopfer, verhungerte Kinder und Wasserleichen. Michael Tsokos hat als Leiter der Rechtsmedizin in der Charité Berlin schon einiges gesehen und erlebt. Doch sieht der Alltag eines Rechtsmediziners wirklich so aus, wie es uns häufig im Fernsehen berichtet wird? 
Tsokos beschreibt in seinem Buch Fälle, die sich wirklich so zugetragen haben und schildert dem Leser an entsprechenden Stellen die angewandten Methoden und Möglichkeiten der Rechtsmedizin. Dadurch erfährt man zum Beispiel wie genau die Todeszeit bestimmt werden kann und wann mikroskopische Untersuchungen hilfreich sein können. Gleichzeitig gewährt er auch an manchen Stellen einen kleinen Einblick in die Medizingeschichte.

Zweifellos hat Michael Tsokos ein umfangreiches medizinisches Wissen angesammelt. Und der geneigte Leser möchte das ein oder andere Häppchen davon mitgeteilt bekommen. Doch dies in einen 250 Seiten langen Text zu pressen, der auch noch in einer relativ großen Schrift gesetzt ist, scheitert an manchen Stellen. Man kann förmlich nachvollziehen wie dem Autor bei einer Fallbeschreibung noch eingefallen ist, was man alles erklären kann und teilweise auch muss. So kommt es zu Gedankensprüngen, die zwar einen Sinnzusammenhang haben, vom Leser aber teilweise als uninteressant eingestuft werden. Es ist ein hehres Ziel der lesenden Bevölkerung zu zeigen wie wichtig die Rechtsmedizin ist und wie sie wirklich funktioniert. Aber auch diese Art von Leser ist zum großen Teil "sensationslüstern" und mehr an den Fällen interessiert, als an der Theorie.
Daher müssten die Grundlagen noch geschickter in den Text eingebunden werden. Diesbezüglich wirkt die Sprache von Michael Tsokos auch noch zu hölzern und enthält zu viele Mehrfachnennungen.

Fazit: Ein für mich interessantes Buch, das allerdings sprachlich nicht überzeugen kann.
Der wissenschaftlich weniger interessierte Leser wird damit wahrscheinlich kein Vergnügen haben.
 


Kartoniert
€ 8,95 [D], € 9,20 [A], sFr 14,90
ISBN-10: 3548373429
ISBN-13: 9783548373423

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