Mittwoch, 23. Februar 2011

Maxime Chattam, Alterra II. Im Reich der Königin

- Zusammen waren sie ein eingeschworenes Team. Die Gemeinschaft der Drei. -

 
Kurzabriss Alterra I:
Ein Unwetter zog über das Land. Als es sich langsam verzog, war nichts mehr wie vorher. Die meisten Kinder hatten überlebt, aber die Erwachsenen hatten sich innerlich und teilweise auch äußerlich verwandelt. Metallgegenstände waren nur noch geschmolzene Klumpen und Strom wurde nicht mehr erzeugt. Die Natur beherrschte nun die Erde und wundersame Wesen tauchten auf. Tobias und Matt machten sich gemeinsam auf den Weg, um die Ursache für diese Veränderungen zu finden. Dabei trafen sie immer wieder auf Lebensgemeinschaften, die nur aus Kindern bestanden (Pans). Die Erwachsenen waren zu Feinden geworden, die die Kinder jagten und verschleppten. Angeblich gab es eine so genannte Hautjagd. Doch was hatte es damit auf sich? Und warum wurde anscheinend nach Matt gefahndet? Zu dritt, die beiden Jungen und ihre neue Freundin Ambre, machten sie sich auf den Weg die Antworten zu finden.

Kurzabriss Alterra II:
Die Gemeinschaft der Drei begibt sich auf die Reise in den Süden. Sie wollen zu der Königin und herausfinden welchen Plan sie verfolgt und warum Matt gesucht wird. Zunächst scheint, trotz aller Gefahren, der Weg begehbar zu sein. Doch dann erreichen sie den Blinden Wald, der aus unendlich hohen Bäumen besteht und sonderbare Kreaturen beherbergt. Kein Licht dringt durch das Blätterwerk und niemand weiß welche Ausmaße der Wald hat. Zudem scheint der Torvaderon, eine dunkle und mächtige Gestalt, gemeinsam mit seinen Spähern in der Nähe zu sein. Matt wird in seinen Träumen immer wieder von dem sonderbaren Wesen besucht und merkt wie sich etwas in seine Gedanken einschleicht. Können die drei den Wald durchqueren? Und wenn ja, was wird sie dahinter erwarten?

Zunächst möchte ich die wichtigste Frage beantworten: Ja, man kann den zweiten Teil der Trilogie lesen ohne den ersten Teil zu kennen. Auf den vordersten Seiten werden noch einmal kurz und knapp die wichtigsten Punkte erwähnt. Hat man den ersten Teil auch gelesen, fühlt man sich den Figuren und der Geschichte allerdings noch näher.

Mich hat auch der zweite Teil wieder gefesselt. Es geht jetzt zwar nur noch um die neue Welt, allerdings wird diese wunderbar beschrieben. Die Bezüge zu der uns bekannten Welt sind immer noch erkennbar und die fantastischen Figuren sind nicht so extravagant, dass man sich verschaukelt fühlt. Der Leser kann wirklich alles nachvollziehen.
Dabei ist die Sprache wieder wunderbar klar und verständlich. Sicherlich handelt es sich eher um ein Jugendbuch, aber das impliziert ja keine platte oder kindische Sprache. Ich denke, dass Satzbau und Wortwahl für viele Altersklassen ansprechend sind.
Die Dialoge wirken ebenfalls sehr natürlich und sorgen für klare Bilder im Kopf des Lesers.
Dazu tragen weiterhin auch die Beschreibungen der Figuren und der Umgebung bei. Sie sind nicht langweilig ausschweifend, aber auch nicht zu grob. Sie reichen genau aus, um leicht in die Welt der Pans und Zyniks eintauchen zu können.

Fazit: Mit dem Lesen der ersten Seite eröffnet sich eine wunderbare halb-fantastische Welt, die mit jeder Menge Abenteuer und interessanter Gestalten gefüllt ist.



Verlag PAN
Seitenzahl 400
Preis EUR (D) 16,99
ISBN 978-3-426-28306-6
Erscheinungstermin 20.08.2010


Link zur Verlagsseite

Sonntag, 20. Februar 2011

Wie ihr seht, seht ihr nichts

Liebe BesucherInnen,
leider hat mein Blog in den letzten Tagen etwas geschlafen.
Die beruflichen Verpflichtungen haben mich kurzfristig überrannt.
Am Mittwoch geht es aber endlich weiter. Im Rahmen einer Challenge (siehe "Werde Entdecker") hatte ich mir für den Februar noch vorgenommen den zweiten Band der Alterra-Trilogie zu lesen. Hierzu wird es eine Rezension geben.
Anschließend nehme ich mir mein Rezensionsexemplar von "Deadline 24" vor.


Außerdem habe ich mir überlegt einen Wochentipp auszusprechen.
Jeden Sonntag möchte ich eine Rezension aus der LitBlogWelt empfehlen, die mir besonders gefallen hat.

Sonntags-Tipp #1 
Blog: Die Klappentexterin
Autor: Dinaw Mengestu
Buch: Die Melodie der Luft

Ich hoffe, dass euch meine neue Rubrik gefällt und etwas Schwung in meinen kleinen Laden bringt :-)
Liebe Grüße,
Charlene

Freitag, 18. Februar 2011

FreitagsFüller

1.   Es kommt mir vor wie gestern. Das lasse ich jetzt mal so stehen.
2.  Urlaub? Jetzt sofort? Rom? Ich hätte nichts dagegen.
3.  Wann hat eigentlich  habe ich beschlossen Lehrerin zu werden?
4. Langsam beginnt es im Garten, vor meinem Fenster, etwas grüner zu werden.
5.  Mein Bauch  ist jetzt nicht mehr so dick wie vor vier Jahren. Okay, da war ich auch kurz davor P. auf die Welt zu bringen :-)
6.  Oh mein Gott, bin ich müde.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf mein Bett, morgen habe ich einen Besuch in meiner alten Schule und einen Geburtstag geplant und Sonntag möchte ich schnell meine Unterrichtsplanung erledigen!

Jetzt nähe ich aber erst einmal Buchhüllen.
Liebe Grüße sendet
Charlene

Donnerstag, 17. Februar 2011

John Boyne, Der Schiffsjunge

- "Kapitän, Ihr seid der Kommandant des Schiffs, und ich werde eure Befehle natürlich befolgen", erwiderte er geschlagen. "Das werdet ihr allerdings", gab der Kapitän zurück, was mir ungehobelt vorkam, da Mr Fryer ihm höflich geantwortet hatte. Auch kam ich nicht umhin, die amüsierte Miene von Mr Christian zu bemerken, und wunderte mich darüber. -

John Jacob ist ein vierzehnjähriger Junge, der in Portsmouth lebt und sich seinen Lebensunterhalt mit kleinen Diebstählen sichert. Am Tag geht er auf die Suche nach potenziellen Opfern und entwendet ihnen die Geldbörse, wertvolle Taschentücher oder Taschenuhren. Seinen Verdienst muss er am Abend bei Mr Lewis abgeben, der ein Haus für Jungen unterhält, die keine Familie mehr haben oder von ihrer Familie verstoßen wurden. Der raffgierige und skrupellose Hausherr unterhält aber auch noch ein Bordell, in dem die Knaben ab einem bestimmten Alter arbeiten müssen. Da sie häufig schon in jungen Jahren zu Mr Lewis gekommen sind, hatte er ausreichend Zeit sie gefügig zu machen und ihnen zu vermitteln, dass sie dankbar sein sollten. John hat bisher auch noch nicht darüber nachgedacht, ob es nicht besser wäre zu fliehen. Doch als eines Tages ein Diebstahl nicht wie geplant abläuft, verändert sich ganz ungewollt sein Leben.

Er unterhielt sich mit einem galanten Herren, den er schon häufiger beim Kauf von Büchern beobachten konnte. Bisher traute er sich jedoch nicht ihn zu bestellen. Das sollte aber nun geschehen und zunächst war das Entwenden der Taschenuhr auch gelungen. Weit kam der Dieb allerdings nicht. Er wurde verhaftet und obwohl sich der Bestohlene, aufgrund von einer gewissen Sympathie, für Jacob einsetzte, brachten ihn die Polizisten vor ein Gericht. Da er dem Richter als Wiederholungstäter bekannt war, erhielt er eine Gefängnisstrafe von zwölf Monaten.
Der junge Jacob hätte am liebsten mit dem Weinen begonnen, wollte aber stark sein.
Da sich der bestohlene Mann bei dem Richter noch einmal für den Jungen eingesetzt hatte, erhielt er die Chance seine Haftstrafe gegen eine Arbeitsstelle auf einem Schiff einzutauschen. Allerdings würde er dann auf unbestimmte Zeit England verlassen. Er willigte trotzdem ein.

Der Auslauf der Bounty stand kurz bevor und der Kapitän hatte durch einen Unfall seinen Diener verloren. John  sollte ihn ersetzen und wurde somit zu einem Begleiter von William Bligh, der den königlichen Auftrag erhielt, auf Tahiti Stecklinge des Brochtfruchtbaumes zu züchten. Anschließend sollte die Ladung zu den Antillen gebracht werden. 
Der Rest der Geschichte ist bekannt. Oder doch nicht? Wie hat Jacob die Geschichte erlebt? Was hat er von den Meuterei-Plänen gewusst? Vielleicht war die Situation gar nicht so klar, wie sie uns heute erscheint?

John Boyne hat die gut recherchierten geschichtlichen Grundlagen mit einer Prise Fiktion gewürzt und eine spannende und unterhaltsame Geschichte kreiert. Jacobs Erzählung lässt die Ereignisse in einem ganz anderen Licht erscheinen, gibt aber auch den einzelnen Figuren ausreichend Raum, ums ich zu entfalten. Sie werden umfangreich charakterisiert und ihre Handlungen werden nachvollziehbar beschrieben. Dabei überschreitet der Erzähler aber nie seinen eigenen Handlungsrahmen. Er ist nicht allwissend, sondern nur eine Art Reporter und kann deshalb auch nur das berichten, was er gehört und gesehen hat. Seine Gedanken und Gefühle berichtet er zwar, scheint sie aber nicht zu nutzen, um die Geschichte zu verfärben. Sie stehen sozusagen außerhalb der eigentlichen Handlung. 
Die Sprache ist dabei klar, verständlich und nicht zu kindlich. Für einen Jugendroman fand ich sie sehr angemessen. 
Und das Ende ist einfach wunderbar!

Einzig zwei Aspekte habe ich negativ wahrgenommen. Erstens wird die Herkunft Jacobs zweimal unterschiedlich beschrieben. Und dabei kann es sich nicht um ein Stilmittel handeln, da er beide Male selbst und in keinem außergewöhnlichen Zusammenhang berichtet. Zweitens treten zum Ende hin einige Wiederholungen auf. Spätestens nach der dritten Nennung kennt man den Namen des toten Seemanns. Dieser muss nicht alle Nase lang wiederholt werden. Aber darüber konnte ich im Endeffekt hinwegsehen.

Fazit: Ein gelungener und spannender Jugendroman, der entgegen dem Trend ganz ohne Vampire und Zombies auskommt.

Hardcover
Preis € (D) 18,95 | € (A) 19,50 | SFR 28,90
ISBN: 978-3-8414-2118-0


Link zur Verlagsseite

Mittwoch, 16. Februar 2011

Hüllen ja, Boyne nein

Guten Abend!
Leider kann ich heute noch nicht die versprochene Rezension von "Der Schiffsjunge" posten.
Morgen passiert das aber auf jeden Fall.
Dafür findet ihr unter der Rubrik "Buchhüllen" vier frische Exemplare.

Viel Spaß beim Umschauen!

Charlene

Dienstag, 15. Februar 2011

Was erwartet uns?

Vielleicht sollte es besser lauten: Was erwartet euch?
Heute wird von der Bibliophilin meine Gastrezension freigeschaltet. Dabei handelt es sich um eine etwas andere Besprechung von "Fucking Friends". Den direkten Link binde ich später noch ein.
Hier entlang zum Lesen!


Morgen folgt die Rezension von "Der Schiffsjunge". Das Buch ist gestern bei FJB erschienen und erzählt die Geschichte der Bounty etwas anders. Der Autor, John Boyne, mag vielen durch sein Werk "Der Junge im gestreiften Pyjama" bekannt sein.

Dann konnte ich dank eines lieben Posts von Ada den 5.000 Aufruf meiner Seite verzeichnen! Ich bin begeistert. Und warum haben an einem Tag 143 Personen meinen Blog angeschaut? Die meisten haben sich die Buchhüllen angesehen. Für meine kleinen Schmuckstücke habe ich jetzt (oben) eine extra Rubrik eingerichtet. Da ich heute wieder in den Stoffladen gehe und restliche Utensilien kaufe, werden spätestens am Donnerstag neue Buchhüllen hinzukommen.

Wir lesen/sehen/hören uns!
Charlene

Sonntag, 13. Februar 2011

Patricia Mennen & Betina Gotzen-Beek, Der kleine Trotzdrache

Alle Eltern kennen die leidliche Trotzphase. Man fühlt sich selbst überfordert und vergisst dabei, dass es dem Kind genauso geht. Was ist das für ein Gefühl? Warum ist alles plötzlich so komisch.
Patricia Mennen und Betina Gotzen-Beek erzählen die Geschichte vom kleinen Fauchi, der eigentlich mit sich und der Welt vollkommen zufrieden ist. Doch dann kommt eines Nachts der kleine Trotz und setzt sich in Fauchis Ohr. Er flüstert ihm komische Sachen zu und plötzlich ist alles, was vorher noch so schön war, blöd. Seine Mama ist doof, weil sie nicht das schöne Brennfeuerspiel kauft. Der beste Freund kann ruhig mal alleine aufräumen und die kleine Schwester sitzt am falschen Platz. Mit jedem Konflikt wächst das kleine Trotz ein Stück und wird noch frecher.
Irgendwann wird das aber auch Fauchi zu bunt. Er setzt sich durch und verjagt das Trotz. Er will wieder mit seinen Freunden spielen und alles soll so sein wie früher. Leider hatte das Trotz vorher Fauchi dazu gebracht auf einen Baum zu klettern. Da sitzt er nun und kommt nicht mehr herunter. Seine Freundin Drixi hilft ihm seine Angst zu überwinden und seine Stärken zu erkennen. Denn ein kleiner Drache kann natürlich auch schon fliegen. So schafft es Fauchi zurück in den Kreis seiner Freunde und seiner Familie. Und das Trotz hat schon ein neues Opfer gefunden.

Die Zeichnungen und die Geschichte sind wunderschön und werden daher vollkommen zu Recht von Familie&Co empfohlen. Einzig die Länge des Buches wird für einige drei- oder vierjährige Kinder einen kleinen Makel darstellen.

Fazit: Eine tolle Vorlage, um mit dem eigenen Kind das Thema Trotz zu besprechen und vielleicht eine Lösung zu finden.

P.S.: Unser Trotz sitzt übrigens in den Haaren und verschwindet nur, wenn P. seinen Ritterpullover anzieht.


Ab 4 Jahren / 32 S.
28,8 cm x 22,2 cm
12,95 € [D]
13,40 € [A], CHF 19,90

ISBN 978-3-7607-5158-0 

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