Dienstag, 10. August 2010

Veit M. Etzold, Das große Tier

Die Geschichte beginnt an einem Silvesterabend und spielt zu diesem Zeitpunkt hauptsächlich in Berlin oder nimmt Bezug auf diese Stadt. Ein Manager, der in einer Firma für Satelliten- und Raketentechnik arbeitet, wird im Adlon-Hotel von seiner weiblichen Begleitung ermordert. Gleichzeitig bekommt ein Bankmanager einen mysteriösen Anruf einer unbekannten Firma, die ihm ein enormes Gehalt anbietet, dafür aber erst einige Test mit ihm machen möchte. Hierfür soll er nach Berlin kommen. Ein Doktorand der Kunstgeschichte, andere Manager und einige Polizisten werden vorgestellt. Zunächst scheinen diese Personen noch keine Beziehung zueinander zu haben. Doch der Mord löst eine Handlungskette aus, die sie immer stärker bindet bis sie schließlich gemeinsam diverse kleine Abenteuer bestehen müssen. Dabei geht es zunächst um die wirtschaftliche Kontrolle der meisten technischen Bereiche. Doch dies ist nur einer der Schritte zu einem viel höheren Ziel. Das Buch ist gespickt mit wirtschaftlichen Prozessen, mystischer Zahlenlogik und einer Menge Wissen, das sich auf die antiken Klassiker und die Bibel bezieht.

Sprachlich hatte ich zuerst bedenken, da sehr viele Fachbegriffe aus der Finanzwelt benutzt werden. Jedoch gibt es immer eine Hauptfigur, die sich in einem bestimmten Bereich nicht auskennt. Daher werden Begriffe aus den verschiedenen Gebieten immer wieder, für die einzelnen Figuren und somit auch für den Leser, erläutert. Abgeshen von diesem Aspekt fand ich die Sprache sehr klar, teilweise vielleicht etwas nüchtern. Für den ein oder anderen Leser könnte sie etwas bildlicher sein. Das hängt aber in gewisser Weise auch mit dem Thema zusammen. Die Dialoge sind hingegen sehr gut abgestimmt und realistisch.

Die Hauptfiguren muss man teilweise schon übernatürlichen Kategorien zuordnen, da sie schier unbesiegbar sind oder per Gedanken die Menschen beeinflussen. Auf der anderen Seite haben sie manchmal Schwächen oder werden so einfach überlistet, dass man es nicht glauben mag. Dies steht im starken Kontrast zu der sonst sehr realistischen Geschichte. Vieleicht hat der Autor hier aber auch einige Filmvorlagen im Kopf gehabt oder rechnet schon mit einer Verfilmung des eigenen Werks.

Fazit: Ein sehr spannendes Werk, das man nicht mehr aus der Hand legene möchte. Es ist eine MIschung aus Werken von Dan Brown, Frank Schätzing und einem Manager. Trotz kleiner Mängel unbedingt zu empfehlen.

ISBN: 978-3-462-04214-6

Erscheinungsdatum: 22. Februar 2010
496 Seiten, Taschenbuch
KiWi 1157
Lieferbar
Euro (D) 9,95 | sFr 15,90 | Euro (A) 10,30

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Bild und Informationen von der Verlagsseite (s.o.)

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